TK Elevator: 29,4 Milliarden Euro für Aufzüge und was das für ThyssenKrupp bedeutet

29,4 Milliarden Euro. Für Aufzüge.

Am 29. April hat Kone die Übernahme von TK Elevator angekündigt. Enterprise Value: 29,4 Milliarden Euro. Einer der größten Private-Equity-Exits, die Europa bisher gesehen hat.

ThyssenKrupp hält noch 16,2 Prozent an der ehemaligen Aufzugsparte. Aus der Transaktion fließen dem Konzern rund 3,3 Milliarden Euro zu: 0,8 Milliarden Euro in bar, der Rest in Kone-Aktien.

Setzt man das ins Verhältnis zum Aktienkurs vor der Ankündigung, wird die Sum-of-Parts-Mechanik konkret. Marktkapitalisierung am 28. April: rund 5,5 Milliarden Euro. Der Elevator-Anteil deckt allein mehr als die Hälfte davon ab. Hinzu kommt eine Nettoliquidität von 4,9 Milliarden Euro zum letzten Geschäftsjahresende. Cash plus Elevator-Erlös übersteigen damit die gesamte Marktkapitalisierung vor dem Deal.

Und das ist nur die erste Tranche. ThyssenKrupp hält 51 Prozent an der börsennotierten Wasserstoff-Tochter Nucera, der Anteil hatte Anfang Mai einen Marktwert von rund 500 Millionen Euro. Im Januar wurden Pläne für einen Teilverkauf der Großwälzlager-Sparte Rothe Erde bekannt, geschätzte Sparten-Bewertung 1,5 Milliarden Euro. Materials Services, Automotive Technology und die TKMS-Beteiligung kommen obendrauf. Diese Sparten standen in der bisherigen Marktbewertung praktisch mit null in den Büchern.

Zur Stahlsparte: ThyssenKrupp hat Anfang Mai die Gespräche mit Jindal pausiert. Auf den ersten Blick ein Rückschlag. Auf den zweiten nicht. Hintergrund sind ein verbessertes regulatorisches Umfeld für europäischen Stahl und Fortschritte beim Restrukturierungs-Tarifvertrag mit IG Metall. Aus Stärke verkauft sich besser als aus Notlage. Das ist Rückenwind, nicht Scheitern.

Im Februar haben wir die Sum-of-Parts-These zu ThyssenKrupp ausformuliert. TK Elevator, Rothe Erde und Nucera waren damals schon als mögliche Werthebel genannt. Das war keine Prophezeiung, sondern die Beschreibung einer Mechanik, die seit Jahren angelegt war.

ThyssenKrupp gehört seit Längerem zu unseren größten Portfolio-Positionen. Die These war nie, einen einzelnen Termin vorherzusagen. Sie war, in einer Struktur zu sitzen, in der die Auslöser fast zwangsläufig kommen müssen. Risiken inklusive: Closings können scheitern, Stahl bleibt zyklisch, der Wasserstoff-Markt jung.

Bei ThyssenKrupp ist mit TK Elevator der Auslöser konkret geworden.

Die spannendere Frage ist, welche Sparte als nächste folgt. Und wie viel Wertaufhellung damit noch im Konzern steckt.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt der Qualitas Alta Value Fund eine Position in ThyssenKrupp.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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