ThyssenKrupp: Sum-of-the-Parts, die der Markt nicht bezahlt

Wird AI bald auch Stahl produzieren?

Wenn man sich die Bewertung mancher Stahlunternehmen anschaut, könnte man es fast glauben. AI-Agenten und Coding-Tools machen die Sorge greifbar, dass Nutzer sich künftig Teile der Programme einfach selbst bauen.

Und Stahl? Stahlunternehmen sind häufig günstig bewertet, und da kommt die Frage auf: Werden diese Firmen auch bald weggepromptet?

Stahl ist seit Jahren in einer strukturellen Krise:

→ globale Überkapazitäten
→ zyklische Endmärkte
→ hoher Energieeinsatz
→ politisch induzierte Transformationskosten
→ Investitionen in „grünen Stahl“, lange bevor die Nachfrage ökonomisch tragfähig ist

Die Idee, eine energieintensive Grundstoffindustrie per politischem Kraftakt in eine neue Ära zu führen, war politisch attraktiv, ökonomisch jedoch riskant. Inzwischen scheint selbst die Politik verstanden zu haben: Transformation funktioniert nicht per Dekret. Der Markt hat das schon früher eingepreist.

Nehmen wir ThyssenKrupp: Wir sind investiert, weil die Summe der Teile aktuell nicht bezahlt wird.

Mögliche Bewertungstreiber:

→ Materials Services: Abspaltung, (Teil-)Verkauf oder IPO wird geprüft
→ TK Elevator: möglicher Börsengang, Werthebel über die Minderheitsbeteiligung
→ Stahlgeschäft: strategische Optionen (Partner, Strukturmaßnahmen, Separierung)
→ Holding-Discount: Vereinfachung der Struktur, mehr Transparenz, klarere Kapitalmarktstory
→ dazu die Gespräche um Rothe Erde und die Beteiligung an thyssenkrupp nucera

Das Paradoxe: Je schlechter die strukturelle Lage des Stahlgeschäfts eingeschätzt wird, desto größer wird der Abschlag zur Summe der Teile.

AI mag vieles können. Aber Stahl bleibt kapitalintensiv, energieintensiv und zyklisch. Der Markt übertreibt gerne in beide Richtungen. Genau daraus können Sum-of-the-Parts-Chancen entstehen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt der Qualitas Alta Value Fund eine Position in ThyssenKrupp.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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