Umsatz plus 22%, Gewinn plus 41%. flatexDEGIRO ist das beste Beispiel für Operating Leverage.
Die H1-2026-Zahlen: Umsatz 340,1 Mio. € (+22,2%). EBITDA 185,1 Mio. € (+39,8%). Konzernergebnis 115,0 Mio. € (+41,1%). Die EBITDA-Marge steigt damit von 47,6% auf 54,4%, im zweiten Quartal allein auf 58,8%.
Der Grund ist der Fixkostenblock. Die Plattform ist gebaut. Im Halbjahr stieg der Umsatz um 22,2%, die operativen Aufwendungen um 6,2%. Jeder weitere Euro fällt zum großen Teil unten durch.
Das ist kein Einmaleffekt. Der Umsatz kletterte von 391 Mio. € im Jahr 2023 auf 560 Mio. € 2025, die Guidance für 2026 nennt rund 650 Mio. €. Der Gewinn von 72 auf 160 Mio. €, für 2026 sind 200 bis 230 Mio. € angekündigt. Macht gut 18% Umsatzwachstum pro Jahr und über 40% beim Gewinn. 2023 war dabei ein Tiefpunkt, nach 407 Mio. € im Jahr 2022.
Woher kommt das Wachstum? Aus drei Bewegungen.
Die erste: Es legen überhaupt mehr Menschen an. 2025 besaßen laut Deutschem Aktieninstitut 14,1 Mio. Menschen Aktien, Aktienfonds oder ETFs, 2 Mio. mehr als im Jahr davor und knapp 20% der Bevölkerung ab 14. Vor allem über Fonds: 12,1 der 14,1 Mio. sind dort investiert. Der Zuwachs kommt von unten: Die 14- bis 39-Jährigen legten um 1,2 Mio. zu und stellen über 60% des gesamten Wachstums. Wer mit 25 ein Depot eröffnet, hat es mit 55 noch.
Die zweite: Das vorhandene Geld kommt in Bewegung. flatexDEGIRO flossen im Halbjahr netto 5,2 Mrd. € zu, davon wurden 100% investiert statt üblicher 95%. Das verwahrte Kundenvermögen stieg auf 108,3 Mrd. € (+29,7%). Meine Lesart: Ein guter Teil der Zuflüsse lag vorher im Depot der Hausbank, wo Handeln mehr kostet.
Die dritte: Zum 1. Januar 2027 soll im Rahmen der Rentenreform das Altersvorsorgedepot starten, staatlich unterstützte Vorsorge am Kapitalmarkt. flatexDEGIRO will dort nach eigener Aussage führender Anbieter werden. Läuft private Vorsorge künftig im Depot, verschiebt sich Geschäft, das heute bei Versicherern liegt.
Zur Bewertung, Stand 21. August 2026: 35,80 € je Aktie, rund 3,8 Mrd. € Marktkapitalisierung, etwa das 17- bis 19-fache der Konzernergebnis-Guidance.
Der Case: Ein Plattformgeschäft, das zweistellig wächst und über 54% EBITDA-Marge verdient. Halten muss zweierlei: die Handelsaktivität der Kunden, zyklisch und schwer planbar, und das Zinsniveau, denn rund 30% des Umsatzes sind Zinserträge. Das Neukundenwachstum muss sich 2026 an einem außergewöhnlich starken Vorjahr messen. Für mich ist das kein klassischer Value-Case, sondern ein Quality-Case.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt der Qualitas Alta Value Fund eine Position in flatexDEGIRO.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

