Profitabel. Schuldenfrei. An der Börse fast nur das Netto-Cash wert. Jetzt kauft es sich selbst zurück.
Über die vergangenen vier Monate haben wir im Qualitas Alta Value Fund eine Position in der Aumann AG aufgebaut. Der Automatisierungsspezialist aus Beelen baut Anlagen für E-Mobility, zunehmend auch für Aerospace, Clean Tech und Life Sciences.
Die Ausgangslage war ungewöhnlich. Zum 31. März 2026 hielt Aumann eine Nettoliquidität von rund 144 Mio. €. Das deckte zum Zeitpunkt des Kaufs fast die gesamte Marktkapitalisierung ab. Anders gesagt: Für ein komplettes, profitables Geschäft mit dreistelligem Millionenumsatz zahlte der Markt kaum mehr als den Bargeldbestand auf der Bilanz.
Die Skepsis hat reale Gründe. Die europäische Autoindustrie investiert zurückhaltend, der Auftragseingang im Segment E-Mobility ist 2025 um über 40% eingebrochen, der Umsatz schrumpft, die Marge gibt nach. Ein Abschlag ist also berechtigt.
Was nicht berechtigt ist, ist diese Bewertung. Ein schuldenfreies, profitables Unternehmen, das einen Großteil seines Börsenwerts in Cash hält und weiter Dividende zahlt, gehört nicht auf das Niveau eines Sanierungsfalls. Der Markt extrapoliert den Zyklus und übersieht die Bilanz. Das steht in keinem Verhältnis zur Substanz. Das ist eine Überreaktion.
Und genau hier ist der Auslöser jetzt konkret geworden. Am 5. Juni hat Aumann ein freiwilliges Rückkaufangebot über bis zu rund 1,29 Mio. Aktien, etwa 10% des Grundkapitals, zu 16,50 € je Aktie veröffentlicht. Begründung des Vorstands: Die Aktie sei substanziell unterbewertet. 17 Tage später, am 22. Juni, wurde der Preis auf 17,80 € angehoben. Kurz zuvor hatte das Unternehmen bereits eine Gesamtdividende von 1,11 € je Aktie vorgeschlagen.
Wenn ein Management mit einer der stärksten Bilanzen seiner Branche eigene Aktien zurückkauft und den Preis innerhalb von zweieinhalb Wochen nachschärft, ist das ein deutliches Signal. Hier kauft jemand, der das Geschäft von innen kennt.
Risiken bleiben. Der Zyklus kann länger dauern, die Margenerholung sich verschieben, Zukäufe Kapital binden. Aber wer auf einem Niveau einsteigt, auf dem die Bilanz schon den Großteil des Preises trägt, bekommt die operative Erholung fast geschenkt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt der Qualitas Alta Value Fund eine Position in der Aumann AG.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

