Die erste Frage, die ich bei jedem Investment stelle, ist nicht „Wie viel kann ich verdienen?“
Sondern: Was passiert, wenn ich falsch liege?
Das klingt defensiv. Ist es nicht. Es ist die Voraussetzung dafür, dass ich überhaupt offensiv investieren kann.
Wenn ich weiß, dass der Substanzwert eines Unternehmens den Kurs absichert, dass die Bilanz eine Schwächephase übersteht, dass die Marktposition auch unter Druck haltbar ist, dann kann ich in ein konzentriertes Portfolio investieren. Ohne das Gefühl, auf die nächste Nachricht angewiesen zu sein.
Die meisten Investmentfehler passieren nicht bei der Analyse. Sie passieren bei der Frage, wie viel Risiko in einer Position steckt, die man nicht sehen wollte. Zu optimistische Margenannahmen, nicht eingerechnete Kapitalerhöhungen, ein Geschäftsmodell, das nur in einem bestimmten Marktumfeld funktioniert.
Margin of Safety ist kein Rechenergebnis. Es ist ein Denkprozess. Bevor ich über Upside nachdenke, muss die Verlustbegrenzung stehen. Was ist der Boden? Wie belastbar ist er? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, schaue ich auf die Renditechance.
Das heißt nicht, dass ich nur Unternehmen mit niedrigem Risiko kaufe. Es heißt, dass ich das Risiko vorher kenne und bewusst eingehe.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

