Die net digital AG hebt die Prognose an: Halbjahr mal zwei. Für 136% Umsatzwachstum zu vorsichtig.
Neu im Portfolio, per 30.09. auf Platz 6: die net digital AG aus Düsseldorf.
Zwei Geschäftsfelder tragen fast den gesamten Umsatz, 2025 nach Schätzung von GBC etwa je zur Hälfte.
Telekommunikation: net digital rechnet für Netzbetreiber digitale Dienste über die Handyrechnung ab. Kunden sind alle vier deutschen Netzbetreiber. Für 1&1 betreibt die Tochter MBE die Abrechnungsplattform, rund 12 Mio. Mobilfunkkunden hängen daran.
Payment für Onlinehändler: Mit eigener BaFin-Lizenz verarbeitet net digital Zahlungen für Onlineshops. Seit Ende 2024 prüft es Händler und Risiken selbst. So bleibt mehr je Transaktion im Haus.
Die KI-Tochter irisnet setze ich noch mit null an. Sie entwickelt Software, die Objekte in Bildern und Videos erkennt und identifiziert, zunehmend auch für externe Kunden. Für dieses Potenzial zahle ich heute nichts.
Das erste Halbjahr 2026: Umsatz 31,0 Mio. € nach 13,1 Mio. €, plus 136%. EBITDA 3,3 Mio. €, Gewinn vervierfacht auf 2,0 Mio. €.
Ende September die neue Prognose: rund 60 Mio. € Umsatz statt 48 bis 53 Mio. €, EBITDA 6,2 bis 6,5 Mio. € statt 4,7 bis 5,2 Mio. €.
Klingt nach viel. Nachgerechnet ist es das erste Halbjahr mal zwei. Beim Umsatz sogar weniger: Für das zweite Halbjahr bleiben rund 29 Mio. €, nach 31 Mio. € im ersten. Dabei schreibt das Unternehmen selbst, der gute Verlauf habe sich seither fortgesetzt.
Zur Bewertung: Bei 27,40 € je Aktie (Schlusskurs 09.10.2026) ist net digital an der Börse etwa 59 Mio. € wert. Knapp 6 Mio. € liegen als Cash in der Bilanz, Bankschulden gibt es keine. Bleiben rund 53 Mio. € Unternehmenswert, gut das Achtfache des prognostizierten EBITDA. Auf den hochgerechneten Halbjahresgewinn ein KGV um 15.
Zum Vergleich: GBC hat im April für 2027 rund 59 Mio. € Umsatz und 6,7 Mio. € EBITDA geschätzt. net digital ist 2026 fast schon da.
Für ein Unternehmen, das seinen Umsatz gerade mehr als verdoppelt hat, ist mir das zu günstig.
Warum der Abschlag? 59 Mio. € Börsenwert, Freiverkehr, rund ein Drittel Streubesitz. Für die meisten Fonds zu klein. Genau hier suchen wir.
Die Risiken: Die Marge ist dünn, rund 10% EBITDA, weil viel an Partner durchgereicht wird. net digital hängt an wenigen großen Netzbetreibern und am Transaktionsvolumen. Die Aktie ist wenig liquide.
Für mich ist die neue Prognose eher eine Untergrenze. Ob das stimmt, zeigt der Jahresabschluss.
Quellen: net digital Halbjahresbericht 2026 (29.09.2026), Ad-hoc zur Prognoseanhebung vom 25.09.2026, GBC-Studie vom April 2026.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt der Qualitas Alta Value Fund eine Position in der net digital AG.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

