Zu viel Diversifikation ist oft nur ein anderes Wort für fehlende Überzeugung.
Diversifikation wirkt auf den ersten Blick vernünftig: viele Positionen, viele Branchen, viele Länder. Auf dem Papier sinkt das Einzeltitelrisiko.
In der Praxis zahlt man dafür oft einen hohen Preis:
Die analytische Tiefe pro Unternehmen sinkt.
Man beobachtet nur noch, statt wirklich zu verstehen.
Unter Druck werden Entscheidungen nicht stabiler, sondern beliebiger.
Deshalb plädiere ich sehr bewusst für Konzentration. Nicht aus Prinzip, sondern als Ergebnis eines klaren Investmentprozesses.
1. Analytische Tiefe schlägt formale Streuung
25–35 Unternehmen wirklich zu durchdringen ist fast immer wertvoller, als 70–80 nur oberflächlich zu kennen.
2. Konzentration erhöht die Selektionsdisziplin
Jede neue Idee muss besser sein als die schwächste Position im Portfolio. Bei sehr vielen Titeln wird dieser Filter weich. Das Portfolio verwässert.
3. Gute Ideen müssen spürbar sein
Eine starke These mit geringer Gewichtung verpufft. Nur wenn eine gute Idee auch spürbar gewichtet ist, macht sie im Gesamtergebnis einen echten Unterschied.
Ja, die Konzentration erhöht die Schwankungsbreite. Echtes Risiko beginnt dort, wo man nicht mehr genau weiß, was man besitzt und warum man es besitzt.
Meine Erfahrung: Ab ca. 35–40 Positionen beginnt zusätzliche Diversifikation in den meisten Fällen, nicht mehr das Risiko zu senken, sondern die Qualität der Analyse zu verwässern. Man streut dann nicht mehr das Risiko; man streut die Aufmerksamkeit.
Marketinginformation. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kapitalverlustrisiko. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

